Die Gewinner 2026
Überwältigende Teilnahme und beeindruckende Qualität
Mehr als 60 Einsendungen, herausragende kreative Leistungen und eine anspruchsvolle Juryentscheidung: Der VOET-Wettbewerb 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und vielfältig die österreichische Musik- und Textszene ist.
Die Beteiligung hat unsere Erwartungen übertroffen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben ihre Songs und Textwerke eingereicht und damit nicht nur großes Interesse an unserem Wettbewerb, sondern auch die beeindruckende kreative Vielfalt unserer Szene unter Beweis gestellt.
Besonders erfreulich war die außergewöhnlich hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. Die Jury stand vor der anspruchsvollen Aufgabe, aus einer Vielzahl überzeugender Beiträge jene Werke auszuwählen, die es in die engere Auswahl schaffen sollten.
Das Ergebnis: Die Sieger-Beiträge in zwei Kategorien.
Kategorie Song | Lieder und Demos
- Lukas Steinberger - Was wäre wenn
- Lisa Greslehner - Vom Wegschaun
- Sibilla Goressi - Wer liebt dich ganz
- Astrid Pflaum - Meer schaun
- Johann Bednar - Die Stimme am Telefon
- Renate Lerch - In mir
- Gerald Holzinger - Can't help to hear it
- Christoph Czapek - Ode an den Tag
- Cornelia Posch - Aufbruch
- Bobbie Smith - Back when i travelled
Kategorie Text | Gesprochenes Wort
Windsbraut
Den Saum ergreifst du
Unbekümmert leicht
Spielst mit ihm
Bis er verführerisch
Um meine Fesseln streicht
Feine Seide
Die uns trennt
Während du sanft
Dich an mich presst
Plötzlich weichst
Für einen Moment nur
Von mir lässt
Bevor du kraftvoll stark
Dich an mich schmiegst
Bleibst
Ruhig an mir
Wie in meinen Armen liegst
Sanft
Meinen Körper umschmeichelst
Mir gleichzeitig
Beinah den Atem nimmst
Mit diesem Hauch
Von Flüstern auf der Haut
Gleich dem du schaurig schön
Ein Lied anstimmst
Das lauter und zum Heulen wird
Bis es sich
Im Nichts verliert
Doch selbst
Wenn du an Grenzen rührst
So bitte ich
Dass du mich
Einmal noch
Verführst
Denn mein Herz
Hab‘ ich dir anvertraut
Und bleibe
Bis zur Hochzeit
Deine Braut
Der Obdachlose
Warum er so is wie er is, des waß i leider net,
i waß nur ans und des is gwiss, dass eam net leiwaund geht!
Im Summa gingerts net so schlecht oft in sein´ Zelt, dem klan,
dass er wo anders schlafn mecht, oder net ganz allan,
die Frage stellt si net fia eam, er geht net unter d´Leit,
mit die paar Sachen, die eam g´hean, da kummt er a net weit.
Austretne Schuach, a dreckigs Gwaund, an ziemlich oidn Huat,
hygienisch is er voi am Saund und gsundheitlich net guat!
Manchmal schlaft er auf ana Baunk, deckt si mit Zeitung zua,
und öfters kriagt er tagelang zum Essn a net gnua.
Dann holt er si a Suppn ab, im Zwölftn, Vincírast,
de is sche warm und schmeckt eam so, manchmal is er duat Gast
a über d´Nacht echt in an Bett, doch wirklich net so oft,
im Summer braucht er des ja net, nur wenn eam d´Kältn schafft.
Mistkübel tuat er manchmal stiern, da findt er oft was guads,
Salat, Bananen, guade Birn, a oides Brot, des tuats!
Und gengan Leit an eam vorbei, schaut eam niemand in d´Augn,
na, des kann ja ka guada sei, na, dem kann ma net traun!
Um eam mocht ma an weitn Bogn, an eam straft ma net au,
ma geht um´s Eck, zum neichn Wagn und foat afoch davau!
Und kana fragt, warum, wieso, kan int´ressiert sei Gschicht,
jeder verdrängt des irgendwo und schaut eam net ins G´sicht!
Warum er so is wie er is, des waß i leider net,
i waß nur ans und des is gwiss, dass eam net leiwaund geht!
Wer ist die Frau auf deiner Brust
Wer ist die Frau auf deiner Brust,
das wüsste ich all zugern
Woher kommt der Drache, der kampfbereit ist
und wohin führt dich dieser Stern
Wie heisst das Schiff auf deinem Arm,
wer ist der Mann mit Bart
weißt Du, das jedes Bild von Dir
einen Knalleffekt hat
Wenn ich am Abend schlafen geh,
schau ich in ein Bilderbuch
wenn ich die vielen Tatoos seh,
und auch lese manchen Spruch
dann wird mir ganz murmelig
ich nehm’s aber mit Humor,
gewöhnen kann ich mich nie daran
d’rum sag ich dir leise ins Ohr:
Wer ist die Frau auf deiner Brust……
Ich lieb‘ dich trotzdem, glaube mir
Schau dir lieber ins Gesicht,
dein Körper ist voll tätowiert
kein Platz ist mehr frei für mich
denke nicht, DU wärst ein Lamm
bilde es Dir erst gar nicht ein
mit deinen Tatoos wirst Du stets
mein Supermann für’s Leben sein
Herzschlag
Das Meer erzählt von ferner Zeit,
von Sehnsucht und Unendlichkeit.
Jahrmilliarden ist es her,
als Wasser tobte, tot und leer.
Im Ozean, so wild und weit,
in finsterer Vergangenheit,
erwachte unbemerkt und fein
des Lebens erster, zarter Keim.
Pulsierender Rhythmus,
der niemals ruht,
Herzschlag der Erde -
Ebbe und Flut.
Die Wellen trugen Jahr um Jahr,
was winzig klein und kostbar war,
bis es sich teilte, wuchs und fand
den Weg hinaus ins weite Land.
In uns schwingt sanft ein leiser Klang,
ein ferner, uralter Gesang –
als sehnte sich das Meer ganz sacht
nach dem, was es hervorgebracht.
Pulsierender Rhythmus,
der niemals ruht,
Herzschlag der Erde -
Ebbe und Flut.
Manchmal, wenn uns die Brandung ruft,
liegt Salz und Heimweh in der Luft.
Als blitzte in der Gischt ein Licht,
das sagt: „Vergiss den Ursprung nicht!“
Und in den Tiefen, Tag und Nacht,
wird immer über uns gewacht.
Denn alles Leben, groß und klein,
war einst im Meer – kehrt heimlich heim...
Pulsierender Rhythmus,
der niemals ruht,
Herzschlag der Erde -
Ebbe und Flut.
Helden
Alte Herren wollen
Ihre Wahrheiten lehren
Speien hohle Parolen
Uns die Welt so erklären
Die dunklen Gedanken
Der mächtigen Herren
Voll Gräben und Schranken
Wollen das Hassen verklären
Soldaten marschieren heiter
Gewehre mit Blumen geschmückt
Der Tod ist unsichtbar Begleiter
Jubelnde Menge winkt entzückt
Tausend bebende Glieder
Blitze zerfetzen die Nacht
Dampfender Angstschweiß
Im Donner der Schlacht
Rasendes Mördergrauen
Fröhlich knattern Fahnen im Wind
Bangende Mütter und Frauen
Das große Sterben beginnt
Panik und Heldenmut
Dicht an dicht gedrängt
Blutrausch und Leidensglut
Mut - vom Wahnsinn gelenkt
Tosendes Angstgeschrei
Tod oder Sieg zu melden
In Sekunden vorbei
Oder zum Helden
Die Schlacht ist geschlagen
Verstummt jeder Schrei
Was bleibt ist - die Toten beklagen
Zerstampfter Menschenbrei
Die Zeit verschluckt das Tosen
Die Luft schmeckt warm und lau
Falter tanzen über Rosen
Bunt ersetzt das triste Grau
Natur verdeckt still alle Narben
Grünes Gras wiegt sich im Wind
Wo einst tausend Männer starben
Pflückt roten Mohn das Kind.
Wos i da net sag
i sitz do und schau di on, sog aber nix,
so vül in mir drin, doch ka Wort kriagt an Riss.
Zwischen uns hängt a Sotz, schwer wie Blei,
der si ned traut und is afoch ned frei.
Du frogst mi: „Passt eh ols?“ - i sog nur „jo“,
oba innerlich denk i ma: des stimmt ned so.
Dei Blick geht tiaf, i weich ihm aus,
weil i genau spür: jetzt müsst i raus.
Wos i da ned sog, des bleibt in mir,
und jede Sekund wird schwera bei dir.
Wos i da ned sog, bleibt zwischn uns steh‘n,
wia a Wort, des si nimma traut zu geh’n.
i holt’s z’ruck, oba es wird nur mehr laut,
weil uns Schweign longsom auseinondabaut.
i würd’s da sogn, doch i bring’s ned raus,
und genau des holt i kaum mehr aus.
So vül Momente, die i versäumt,
wo a anziga Sotz vielleicht ols geräumt.
i hob ihn g’spürt, gonz noh bei dir,
oba i hob ihn verlor’n irgendwo in mir.
Du gehst an Schritt, i bleib nur steh’n,
zwischen „bleib no“ und „loss mi geh’n“.
Und irgendwo dazwischn verlier i mi,
in oll den Wortn, de i da nie gonz gib.
Wos i da ned sog, bleibt zwischn uns steh‘n,
wia a Wort, des si nimma traut zu geh’n.
i holt’s z’ruck, oba es wird nur mehr laut,
weil uns Schweign longsom auseinondabaut.
i würd’s da sogn, doch i bring’s ned raus,
und genau des holt i kaum mehr aus.
Vielleicht hätt a Satz ols ändan kennan,
vielleicht hätt er uns komplett verbrennt.
Zwischen Muat und Ongst is a schmoler Grad,
und i steh drauf, ohne Plan, ohne Rat.
Und vielleicht host’s eh längst schon g’wusst,
nur i war z’feig für den klanen Schubs.
Jetzt bleibt nur a Rest von dem, wos woar,
leise und weit, oba trotzdem no do.
Und irgendwo tiaf in da Stülle drin,
lebt no ols weita - tiaf in mir drin.
Und irgendwo tiaf in da Stülle drin,
lebt no ols weita - tiaf in mir drin.
De Nudlsuppn
I steh beim Würschtlstand um zwa in da Fruah,
bestell ma a Eitrige mit an Siaßn dazua.
Da Wiarschtlmo frogt mi: „So spät no alla?“
I såg: „Huach ma zua, mit dir samma zwa!“
Måg sein, i hob net die Figur von da Klum,
doch mei Schmäh, der sitzt locker und mi haut nix leicht um.
Und waun ana glaubt, er muaß ma s‘ Leben erklär’n,
wos i tuan, was i låssn soll, na, der kriagt wås zum Hear’n:
I bin do ned auf da Nudlsupp’n ummag’schwumma,
hob mein eiganan Wülln, brauchst ma ned bled kumma!
(I) brauch kan Herrn an der Seit’n mit an Dauerauftråg,
zahl mei Zech lieba söba und i sog, wos i måg!
Bin ka Mäderl ka liabes, schüchtern und stad,
Na, i bin wia i bin – aufrecht und gråd.
Wollt’s as deitlicher hean? (gesprochen)
I bin do ned auf da Nudlsupp’n ummag’schwumma,
hob mein eiganan Wülln, brauchst ma ned bled kumma!
(Und) i brauch a kan Retter, der mas Leb’n erklärt,
der des ois fia mi regelt, oba daunn mit mir plärrt.
Meinetweg‘n bin i goschat, oba ned fad –
hob an treffsicharn Schmäh, wia sis g’heart in da Stådt!
Glaubt so a Hamplmann er bringt ma de Wöd,
Jed’n Tog rote Ros‘n und an Haufen von Göd.
Und wü er daunn wissn: „Ois leiwand, mei Schåtz?“
Sag i: „Huach ma zu, i såg nur an Såtz:
„Kaunn sein, i verlångert von dia vü zu vü
Doch versteh, dass i di såmt dein Glumpert net wü!“
Und wånns ana heart, åwa net wirklich kapiert
Was mi steart, was i leidn kånn, nå daunn kriagt er‘s serviert:
Refrain mit Zwischentextvariante Gibt’s no Fråg‘n dazua? (gesprochen)
Bridge:
Na kloar, hob i scho Tränen im Regen verlur‘n,
doch mi‘n Schmäh woa i boid wieda wia neigebur‘n.
Weu a Weanerin fållt vielleicht amoi kurz um –
åwa daunn steht sie auf und sågt: „Kummt’s ma net dumm!“
Refrain mit Zwischentextvariante Habt’s as jetzt endlich g‘schnållt? (gesprochen)
Der Krankenpflegeurlaub
Ein Leutnant sitzt in sein Büro
Und oarbeit. Oder tuat a so...
Die Wanduhr schlägt a flotte Vier,
Da klopft es zaghaft an der Tür:
„Herein!“ des Leutnants Stimme schallt!
Die Tür geht auf zaghaft an Spalt.
Herein schiebt sich, ohn´ jeglich Mut
Zögernd und ängstlich...ein Rekrut!
Er tritt zur Seite, wie sich´s g´hört,
Und salutiert schon, leicht verstört,
Wirkt wie ein Floh im falschen Pelz,
Steht stramm und harret des Befehls!
Schon kommt das „Rühren!“ durch den Raum!
Der Jungmann meldet - hörbar kaum! -
Man spürts: auf ihm liegt großer Druck:
„Jäger Bartolsky, 3. Zug!
Melde gehorsamst, Herr Leutnant,
Es war mir bisher nicht bekannt,
Daß meine Oma, die Frau Schintz,
Erkrankt ist schwer! Sie wohnt in Linz!
Deshalb, um ihr rasch beizustehn,
Ich hoff´, Sie werden das einsehn,
Bitt ich, weil ich ans Gute glaub,
Sie um an Wochenendurlaub!“
Der Vorgesetzte lehnt sich zrück,
Fixiert eam mit an schoarfn Blick
Und sogt nach kurzem Überlegn:
„Jäger Bartolsky, grod deswegn
Hod aungruafn vur aner Stund
Die Oma! Sie is wieder gsund!
Das freut mich über olle Moßen!
Den Urlaub können´S sausn lossn!“
Draufhin herrscht Stille in der Stubm,
Wia am Sunntog in der Schottergrubm!
Nach ein paar Augenblicken dann
Nimmt der Bartolsky Haltung an:
„Herr Leutnant wird des glauben kaum:
Zwei Lügner sind in diesem Raum!
Uns beiden ist die Freud verdorbm:
Mei Oma is vor zehn Joahr gstorbm!“
Durch's reden kumman d'Leut z'samm
Durchs Reden komman d´Leut zamm
so sagns bei uns in Wean
oba ollas wos mei Oide sogt
des kann i nimma hörn.
Durchs Reden komman d`Leut zamm
doch des is mir Wurscht
je mehr mei Weiberl kepplt,
umso größer wird mein Durscht.
Es fangt schon an in aller frua
ganz egal wos i a dua
meine Angetraute hat den Schnabel offn.
und ihr Blick macht mi nervös
und sie schreit mi an, ganz bös:
„Gibs doch zua, du worst scho wieda bsoffn“
Doch bevor i streiten dua
moch i die Tür von außen zua
und geh auf einen Spritzer oder zwa.
Do kaunn i plaudern mit die Freindal
unterhalt mi bei an Weindal
und mei Oide keift daham daweil alla.
Durchs Reden komman d´Leut zamm . . . . .
Mei Schatzerl hat derweil was kocht
hod a guades Papperl gmocht
Ich geh nach Haus, und setze mich zum Essn
Statt einem Schnitzerl nehm ich zwei
weiter geht die Kepplerei:
„Heast, du bist gaunz schen verfressn“
Doch bevor i streiten dua
moch i die Tür von außen zua
und geh auf einen Spritzer oder zwa.
Do kaunn i plaudern mit die Freindal
unterhalt mi bei an Weindal
und mei Oide keift daham daweil alla.
Durchs Reden komman d´Leut zamm . . . . .
Irgendwaunn hab i daun gnua
i geh ham, s´is in der Frua
hinter der Tür, da lauert scho mein Drachn
sie steht da, im Nachtgewand
den Nudlwalker in der Haund
„Wo warst so lang, mit mir kaunst des ned mochn“
Doch bevor i streiten dua
moch i die Tür von außen zua
und geh auf einen Spritzer oder zwa.
Do kaunn i plaudern mit die Freindal
unterhalt mi bei an Weindal
und mei Oide keift daham daweil alla.
Durchs Reden komman d´Leut zamm. . . . .